Biliopankreatische Diversion (BPD) in der Türkei

  • Medizinische Redakteurin Derya Erbil
  • Aktualisiert: 22/12/2025

Die biliopankreatische Diversion (BPD) gehört zu den effektivsten und umfangreichsten Verfahren der bariatrischen Chirurgie. Durch die Kombination aus einer starken Magenverkleinerung und einer deutlichen Verkürzung des Verdauungsweges wird eine besonders nachhaltige Gewichtsreduktion erzielt. In spezialisierten Kliniken in der Türkei wird dieser Eingriff von erfahrenen Chirurgen unter höchsten medizinischen Standards durchgeführt.

Wie funktioniert die Operation?

Bei der BPD wird der Verdauungsweg so verändert, dass die Verdauungssäfte aus Bauchspeicheldrüse und Gallenblase die Nahrung erst im unteren Dünndarm erreichen. Dadurch können deutlich weniger Kalorien und Nährstoffe aufgenommen werden.

Zunächst wird der Magen um etwa 80 Prozent verkleinert, sodass nur ein kleiner röhrenförmiger Restmagen übrig bleibt. Anschließend wird der Dünndarm rund 2,5 Meter vor dem Dickdarm durchtrennt und der untere Abschnitt direkt mit dem Restmagen verbunden.

Der obere Dünndarmabschnitt kommt nicht mehr mit dem Speisebrei in Kontakt und dient ausschließlich der Weiterleitung der Verdauungssäfte. Dadurch wird die Nahrungsaufspaltung stark reduziert, und die Nahrung gelangt schneller in die unteren Darmabschnitte.

Die Operation wird in der Regel minimal-invasiv durchgeführt, was kleinere Schnitte, geringere Risiken und eine schnellere Heilung ermöglicht.

Ernährung und Verhalten nach der Operation

Nach einer BPD beginnt die Ernährung zunächst mit Flüssigkost und wird anschließend schrittweise erweitert. Aufgrund der stark reduzierten Nährstoffaufnahme müssen Patientinnen und Patienten dauerhaft Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung sind entscheidend, um die Ergebnisse langfristig zu stabilisieren. Viele erreichen innerhalb der ersten zwei Jahre eine Gewichtsreduktion von bis zu 80 Prozent des Übergewichts.

Vorteile und gesundheitliche Effekte

Neben der deutlichen Gewichtsabnahme hat die BPD weitere positive Auswirkungen:

  • Sehr hohe Wirksamkeit bei Typ-2-Diabetes
  • Deutliche Senkung des Cholesterinspiegels
  • Rückgang von Bluthochdruck
  • Verbesserte Herz-Kreislauf-Gesundheit
  • Rückbildung einer Schlafapnoe

Viele Patientinnen und Patienten können nach dem Eingriff auf Diabetes- oder Cholesterinmedikamente verzichten.

Mögliche Risiken

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auch hier Komplikationen auftreten, darunter:

  • Narkoserisiken
  • Blutungen
  • Wundinfektionen
  • Thrombosen

Eine sorgfältige medizinische Vorbereitung und Nachsorge hilft, diese Risiken zu minimieren.

Für wen ist die BPD geeignet?

Die biliopankreatische Diversion eignet sich vor allem für Menschen mit einem sehr hohen BMI über 40, bei denen andere bariatrische Verfahren möglicherweise nicht ausreichend effektiv sind.

Vor der Operation erfolgen umfassende medizinische Untersuchungen sowie ausführliche Gespräche mit Fachärzten. Frühere Operationen und bestehende Vorerkrankungen sollten vollständig dokumentiert sein, damit ein individuelles und sicheres Behandlungskonzept erstellt werden kann.

Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt, und davor ist in der Regel eine 14-tägige Vorbereitungsphase vorgesehen.

Fazit

Die biliopankreatische Diversion ist eines der wirksamsten Verfahren zur Behandlung von schwerer Adipositas. Mit modernster Medizintechnik, klaren Ernährungsrichtlinien und konsequenter Nachsorge können Patientinnen und Patienten langfristig enorme gesundheitliche Verbesserungen erreichen.