Starkes Übergewicht: Magenband oder Schlauchmagen

  • Medizinische Redakteurin Derya Erbil
  • Aktualisiert: 13/11/2025

Viele Menschen kämpfen mit starkem Übergewicht und kennen die Herausforderungen nur zu gut. Wenn Diäten und Sport über längere Zeit keinen Erfolg bringen, kann eine Magenverkleinerung eine sinnvolle Option sein.

Was ist eine Magenband-Operation?

Bei einer Magenband-Operation wird mithilfe der Schlüsselloch-Chirurgie ein verstellbares Silikonband um den oberen Teil des Magens gelegt. Dadurch entsteht oberhalb des Bandes ein kleiner Vormagen, der die aufgenommene Nahrung speichert. Der restliche Magen bleibt bestehen und übernimmt weiterhin die Verdauung.

Wie wirkt das Magenband?

Das Band stimuliert Nervenenden, die dem Gehirn signalisieren, dass der Magen schneller gefüllt ist. Dadurch tritt ein früheres Sättigungsgefühl ein – selbst bei deutlich kleineren Mahlzeiten.

Für wen eignet sich ein Magenband?

Das Verfahren kommt infrage, wenn:

  • der BMI 40 oder höher liegt, oder
  • der BMI mindestens 35 beträgt und gleichzeitig Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder andere gewichtsbedingte Erkrankungen vorliegen.

Voraussetzung ist außerdem, dass vorherige Abnehmversuche mit Ernährung und Bewegung erfolglos waren und der Gesundheitszustand eine Vollnarkose zulässt.

Vorteile einer Magenband-Operation

  • Verbesserte gesundheitliche Ergebnisse: Innerhalb von zwei Jahren verlieren viele Patientinnen und Patienten bis zu 50 % ihres überschüssigen Körpergewichts.
  • Reversibel: Das Band kann bei Bedarf angepasst oder vollständig entfernt werden.
  • Kürzere Erholungszeit: Meist reicht ein Krankenhausaufenthalt über Nacht, gefolgt von etwa zwei Wochen Schonung.

Zu beachtende Punkte

  • Langsamere Gewichtsabnahme im Vergleich zur Schlauchmagen-OP.
  • Möglichkeit von Komplikationen wie Bandverrutschen, Infektionen oder Reflux.
  • Regelmäßige Nachsorgetermine notwendig, da das Band im Laufe der Zeit enger gestellt werden muss.

Was ist eine Schlauchmagen-Operation?

Bei der Schlauchmagen-OP wird der Magen mittels Laparoskopie dauerhaft um bis zu 75 % verkleinert. Der verbleibende Magen wird zu einem schlanken Schlauch geformt und mit Klammern verschlossen.

Wie wirkt die Schlauchmagen-OP?

Der deutlich kleinere Magen führt dazu, dass man schon nach wenigen Bissen satt ist. Zudem wird der Teil des Magens entfernt, der das Hungerhormon Ghrelin produziert – dadurch nimmt der Appetit spürbar ab.

Für wen eignet sich eine Schlauchmagen-Operation?

Die Kriterien ähneln denen des Magenbands. Bei einem BMI ab 35 und gleichzeitig schweren Begleiterkrankungen wird häufig die Schlauchmagen-OP bevorzugt, da sie zu einem stärkeren Gewichtsverlust führt.

Vorteile einer Schlauchmagen-Operation

  • Schnellerer Gewichtsverlust: Innerhalb von 12–18 Monaten verlieren die meisten 60–70 % ihres überschüssigen Gewichts.
  • Verbesserung vieler Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Schlafapnoe und hohem Cholesterin.
  • Keine späteren Anpassungen notwendig – im Gegensatz zum Magenband.

Zu beachtende Punkte

  • Längere Erholungszeit: In der Regel drei bis vier Tage im Krankenhaus und bis zu sechs Wochen Schonung.
  • Der Eingriff ist nicht reversibel.
  • Lebenslange Einnahme von Vitaminpräparaten und regelmäßige Blutkontrollen erforderlich.

Welche Methode ist die richtige?

Ob ein Magenband oder Schlauchmagen geeigneter ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Ausgangsgewicht
  • Gesundheitszustand
  • Vorliegen von Begleiterkrankungen
  • Erwartetes Zielgewicht
  • Individuelle Lebenssituation

Ein ausführliches ärztliches Beratungsgespräch hilft, die optimale Methode zu bestimmen.