Vor und nach einer Schlauchmagen-Operation

  • Medizinische Redakteurin Derya Erbil
  • Aktualisiert: 13/11/2025

Viele Menschen wissen, dass Übergewicht das Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Doch für viele reicht eine Kombination aus Diät und Sport nicht aus, um dauerhaft abzunehmen. Daher entscheiden sich immer mehr Betroffene für einen bariatrischen Eingriff wie die Schlauchmagen-Operation. Im Folgenden erfahren Sie, was Sie vor und nach der Operation erwartet.

Was ist eine Schlauchmagen-Operation?

Bei der Schlauchmagen-Operation werden bis zu 75 Prozent des Magens dauerhaft entfernt. Gleichzeitig wird der Bereich des Magens entfernt, der das hungerstimulierende Hormon Ghrelin produziert – dadurch lässt der Appetit deutlich nach. Der verbleibende Magen hat anschließend die Form eines schmalen Schlauchs.

Wer eignet sich für eine Schlauchmagen-Operation?

Sie kommen für die Operation infrage, wenn:

  • Ihr BMI über 35 liegt, oder
  • Ihr BMI über 30 liegt und eine relevante Begleiterkrankung wie Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck besteht.

Zusätzlich müssen Sie medizinisch fit genug für eine Vollnarkose sein und nachweisen, dass frühere Abnehmversuche ohne Operation keinen langfristigen Erfolg gebracht haben.

Vorbereitung vor der Operation

Nach der medizinischen Freigabe wird empfohlen, bereits vor dem Eingriff eine gesündere Ernährung und leichte Bewegung in den Alltag zu integrieren. Das erleichtert die Umstellung nach der Operation.

Am Tag des Eingriffs beantwortet der Chirurg letzte Fragen, bevor das medizinische Team Ihre Vitalwerte kontrolliert und die Narkose eingeleitet wird.

Wie läuft die Schlauchmagen-Operation ab?

Unter Vollnarkose setzt der Chirurg zwei bis fünf kleine Schnitte am Bauch. Durch diese wird ein Laparoskop – eine dünne Kamera mit Lichtquelle – eingeführt. Anschließend werden große Teile des Magens entfernt, sodass nur ein bananengroßer Restmagen übrig bleibt.

Mit chirurgischen Klammern wird der neue Magen geformt und danach werden alle Instrumente entfernt.
Der Eingriff dauert zwischen 60 und 90 Minuten.

Direkt nach der Operation

Nach dem Aufwachen überwacht das medizinische Team Ihren Zustand und achtet auf mögliche Komplikationen. In der Regel bleiben Patientinnen und Patienten vier Nächte im Krankenhaus, wo sie Schmerzmittel und unterstützende Pflege erhalten.

Mögliche Komplikationen

Schlauchmagen-Operationen gelten als sehr sicher, dennoch können – wie bei jeder Operation – Risiken auftreten. Dazu gehören:

  • Leckagen an der Naht
  • Infektionen
  • Blutungen
  • Blutgerinnsel (Thrombosen)

Langfristig besteht ein erhöhtes Risiko für Vitamin- und Mineralstoffmangel, wenn die Nahrung nicht entsprechend angepasst wird.

Erholungszeit nach der Schlauchmagen-Operation

Nach der Entlassung sollten Sie etwa zwei bis drei Tage lang kein Auto fahren und in den ersten Wochen körperliche Belastung vermeiden. Viele kehren bereits nach wenigen Wochen an den Arbeitsplatz zurück.

Die postoperative Diät ist sehr streng: Erst nach sechs Wochen ist die schrittweise Rückkehr zu fester Nahrung möglich.

Welche Ernährungs- und Lebensstiländerungen sind nötig?

Damit der Magen heilen kann, ist in den ersten sechs Wochen eine klar strukturierte Diät wichtig. Langfristig werden Sie nur noch kleine Portionen essen können und sollten eine gesunde Lebensweise beibehalten – bestehend aus ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung.

Die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen ist lebenslang erforderlich. Dazu gehören auch B12-Injektionen alle drei Monate. Regelmäßige Blutkontrollen sind notwendig, um mögliche Mängel frühzeitig zu erkennen.

Wann sieht man die Ergebnisse?

Die meisten Menschen verlieren innerhalb von 12 bis 18 Monaten rund 60 bis 70 Prozent ihres überschüssigen Körpergewichts. Erste sichtbare Ergebnisse zeigen sich jedoch oft schon nach den ersten Wochen und Monaten.